Das Quartier, ein Stück Heimat in der Stadt

23. Mai 2014
P R E S S E M I T T E I L U N G


Oldenburger Wohnforum der GSG am 2. Juni – Impulsreferate und Diskussion – Thema: Entwicklung der Stadtteile

Oldenburg. Zurück zum Quartier – das klingt zunächst wie die romantische Rückkehr zu vermeintlich besseren Zeiten. In Wirklichkeit aber steckt dahinter eine Notwendigkeit, die sich aus verschiedenen Entwicklungen der letzten Jahre ergibt. Unsere Städte befinden sich in einem permanenten Veränderungsprozess, bedingt durch Faktoren wie den demografischen Wandel oder die finanziellen Probleme klammer Kommunen. Wie sich in den Stadtvierteln dennoch eine lebenswerte Zukunft gestalten lässt, ist Thema des 2. Oldenburger Wohnforums.


Die Stadtviertel rücken mehr und mehr in den Fokus der Planer. Die Frage, wie es im direkten Wohnumfeld aussieht, wird für Menschen, die sich für einen neuen Wohnort entscheiden, immer wichtiger. „Natürlich geht es auch um die Höhe der Miete und die Quadratmeterzahl der Wohnung, aber die Entfernungen zur Kita, zum Ärztehaus oder zur nächsten Bushaltestelle spielen längst eine ebenso große Rolle“, bestätigt Stefan Könner, Geschäftsführer der GSG Oldenburg. „Wenn wir uns mit der Entwicklung der Wohnquartiere der nächsten Jahre und Jahrzehnte beschäftigen, dürfen wir nicht nur über Wohnen nachdenken.“ Deshalb steht die Quartiersentwicklung im Mittelpunkt des 2. Oldenburger Wohnforums, zu dem die Wohnungsbaugesellschaft am 2. Juni ins Kulturzentrum PFL einlädt.

Zwei Impulsreferate markieren wichtige Aspekte des Themas. Zunächst wird Prof. Dr. Rolf Heinze, Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie, Arbeit und Wirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum und wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Wohnungswesen und Immobilienwirtschaft, Stadt und Regionalentwicklung, erläutern, welche Bedeutung Konzepten zukommt, „die die Anpassung des Wohnumfeldes, der quartiersbezogenen Infrastruktur sowie der Versorgung mit Einkaufs- und Dienstleistungsangeboten auf Stadtteilebene einschließen“. Optionen ergeben sich für ihn etwa an den Schnittstellen zwischen Wohnen, Gesundheit und Technik. Dabei sieht er die Einbeziehung der Bewohner als unbedingt erforderlich an.

Die überwiegende Mehrheit der Menschen räumt dem Thema Sicherheit im Wohnumfeld einen besonders hohen Stellenwert ein. Hanna Blieffert vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin widmet sich in ihrem Vortrag deshalb genau diesem Aspekt. Die Wissenschaftlerin sieht eine Fülle von Ansätzen, Empfehlungen und Standards im Kontext der städtebaulichen Kriminalprävention. Sie merkt indes aber auch an, dass diese hierzulande nur in knapp einem Drittel der Stadtplanungsämter bekannt seien. Ein großes Versäumnis, meint sie. Denn „die Beschäftigung mit Sicherheit im Quartier bedeutet nicht, dass es sich um besonders unsicheren Boden handelt, sondern dass die Verantwortlichen die Erwartungen aller Bürgerinnen und Bürger an die Lebensqualität respektieren“.

„Wenn das Quartier zu einem Stück Heimat in der Stadt werden soll, müssen wir die Wünsche der Menschen ernst nehmen“, betont GSG-Geschäftsführer Könner. So habe man etwa stets zu prüfen, ob die Infrastruktur des Viertels und die Angebote für die Bewohner stimmten. Gibt es Spielplätze und Tagesstätten für Kinder, Rückzugsorte für junge Eltern, Treffpunkte für Ältere? Wie ist es um die ärztliche Versorgung, um Einkaufsmöglichkeiten und die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz bestellt? Zu all diesen Themen werden beim 2. Oldenburger Wohnforum in der Diskussion, die auf die beiden Vorträge folgt, neben Stefan Könner auch Oldenburgs Sozialdezernentin Dagmar Sachse und die Everstener Pastorin Birgit Pflugrad Stellung nehmen.

2. Oldenburger Wohnforum: Montag, 2. Juni, 19-22 Uhr, Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3). Die Veranstal­tung ist öffentlich, der Eintritt frei.


www.gsg-oldenburg.de